Es gibt gewisse unabänderliche Gesetze,
die das Universum regieren. Der Mensch erkennt sie schrittweise in
dem Maß, in dem er sich entwickelt. Für das Verstehen der
Therapie ist es förderlich, wenn Sie sich mit den nachstehenden
Gesetzmäßigkeiten auseinandersetzen:
Das Gesetz der Polarität
Wir leben in einer "polaren Welt" - in einer Welt der Gegensätze:
Mann und Frau, gut und böse, Tag und Nacht, Licht und Finsternis,
Krieg und Frieden und so weiter. Alles, was der Mensch in der Welt
vorfindet, offenbart sich in diesen zwei Polen. Diese Gegensätze
schließen sich nicht aus, vielmehr bedingen sie einander, auch
wenn wir einen "bösen" Pol immer loswerden wollen.
Wer das Gesetz der Polarität verstanden hat, weiß, dass
man jedes Ziel nur über den Gegenpol erreichen kann und nicht
auf dem direkten Weg, wie die meisten Menschen es erfolglos versuchen.
"Wer das Sterben nicht gelernt hat, kann das Leben nicht lernen",
steht zum Beispiel im tibetanischen Totenbuch. So wie es ohne die
Erfahrung des Süßen kein Saures gibt, so kann man auch
kaum wirklich wissen, was Liebe ist, wenn man nicht auch einmal den
Hass wahrgenommen hat.
Endziel sollte jedoch immer sein beide Pole zu vereinigen. Kein "entweder
- oder", sondern ein "sowohl - als auch", denn beide
Seiten gehören untrennbar zusammen. Nur so kann Einheit, Ganzheit,
Gesundheit und Frieden entstehen.
Das Gesetz der Resonanz (oder Schwingung)
Resonanz ist das gemeinsame Schwingen von Dingen oder Wesen. Eine
angeschlagene Stimmgabel z.B. überträgt mit gleichen Abmessungen
ihre Schwingung auf eine andere Stimmgabel bzw. eine Instrumentensaite
desselben Tons. Ein Radioempfänger, welcher auf UKW eingestellt
ist, kann unmöglich auf dieser Frequenz Langwelle empfangen.
Diese Beispiele sind analog auf uns Menschen übertragbar, denn
alles unterliegt dem Gesetz der Resonanz. Wir nehmen immer nur diejenigen
Bereiche der Wirklichkeit wahr, mit welchen wir in Resonanz stehen.
Der bekannte Spruch "jeder sieht nur das, was er sehen will",
drückt diese Gesetzmäßigkeit trefflich aus. Ebenso
ziehen wir Menschen an, mit welchen wir in Resonanz stehen: "Gleiches
zieht Gleiches an". Wir können nur mit Menschen und/oder
Situationen in Berührung kommen, für welche wir eine Resonanz
(Affinität) haben.
Man pflegt auch zu sagen: "Die Umwelt ist ein Spiegel Deiner
selbst". Wir haben das um uns, womit wir in Resonanz stehen.
Ist ein Mensch innerlich voller Aggressionen (selbst wenn ihm diese
nicht bewusst sind), wird er diese Aggressionen auch in der Außenwelt
vorfinden bzw. anziehen. Ohne die entsprechende Affinität kann
es niemals zu einer Manifestation kommen. Gerät jemand in einen
Streit oder in eine Schlägerei, so geschieht dies niemals zufällig,
sondern immer nur auf Grund der eigenen Affinität zu einem solchen
Erlebnis.
Das Gesetz der Analogie (wie oben so unten)
"Was unten ist, ist gleich dem, was oben
ist;
und was oben ist, ist gleich dem, was unten ist;
um die Wunder des einen zu vollbringen."
So heißt es in der "Tabula Smaragdina", der Smaragdtafel
des ägyptischen Weisen "Hermes Trismegistos", der darauf
das gesamte den Menschen jemals zugänglich gemachte Wissen niederschrieb.
"Wie oben - so unten" bedeutet, dass überall
in diesem Universum, oben und unten, "im Himmel und auf Erden",
im makrokosmischen wie im mikrokosmischen Bereich, auf allen Ebenen
der Erscheinungsformen die gleichen Gesetze herrschen. Man weiß
heutzutage, dass beispielsweise ein Eisenblock fast nur aus Zwischenräumen
besteht, die von den atomaren Teilchen umkreist werden. In der Relation
entsprechen die Entfernungen zwischen den festen Teilchen des Eisenblocks
exakt den Entfernungen zwischen den Planeten unseres Sonnensystems.
Der Mensch ist das getreue Abbild des makrokosmischen Universums
- wir können außen nichts finden, was nicht auch in der
Analogie im Menschen zu finden ist und umgekehrt. So erklärt
sich auch die Funktionsweise der Astrologie.
Das Gesetz der Kausalität
Kausalität ist das Verhältnis, in dem Wirkung und Ursache
zueinander stehen. Die Physik versucht bei Ereignissen den Zusammenhang
zwischen Wirkungen und Ursachen systematisch darzustellen. Durch physikalische
Gesetze werden zukünftige Ereignisse auf zeitlich früher
liegende zurückgeführt, und aus vorhandenen Daten werden
zukünftige Zustände vorausberechnet. Das heißt, die
Ursache liegt zeitlich immer früher als die Wirkung.
Das "Gesetz von Ursache und Wirkung" ist vielen bekannt.
In der Bibel heißt es: "Was Du säst, das sollst Du
auch ernten". - Wer Weizen sät, wird auch keinen Roggen
ernten. Sät man Ärger und Hass, so wird man diesen auch
zurückbekommen. Ein Sprichwort lautet: "So wie man in den
Wald hineinruft, tönt es zurück". Damit ist es auch
gesetzmäßig, dass, wenn man "Idiot" in den Wald
schreit, auch "Idiot" zurückhallt und nicht "Liebling".
So wie man lebt, so ist das Leben auch zu einem.
Auf die moderne Physik bezogen, könnte das Gesetz wie folgt zusammengefasst
werden: "Auf jede Aktion folgt eine gleiche und entgegengesetzte
Reaktion". Jeder Gedanke und jede Tat setzen eine Ursache, die
unvermeidlich Wirkungen nach sich zieht - im Guten wie im Bösen.
Energie folgt immer dem Gedanken, der Absicht, und sie werden sich
irgendwann als Wirkung im Leben manifestieren (auch wenn diese Gedanken
und Absichten unbewusst sind).
Das Gesetz des Rhythmus (oder Periodizität)
Betrachten wir die Natur, so erleben wir überall einen Rhythmus
von Werden und Vergehen, Blühen und Welken, Tag und Nacht, Sommer
und Winter, Leben und Tod. Es gibt in der gesamten Natur keine Erscheinung
mit einem Anfang und Ende, ohne dass dieses Ende nicht gleichzeitig
Anfang von etwas Neuem, Gegenpolarem ist. Auf jedes "auf"
folgt zwangsläufig ein "ab"; ohne Einatmen wäre
Ausatmen nicht möglich. Es ist gerade dieser Wechsel zweier Polaritäten,
das "Lebendigkeit" im weitesten Sinne ausmacht. Ein Vorgang,
der lediglich einen Anfang und ein Ende besitzt, wäre gar nicht
einordbar in ein Ganzes, wie es unser Universum ist. Erst durch das
zyklische Geschehen entsteht eine Verbundenheit zum Ganzen, wird aus
der Polarität eine Einheit, die beide Pole umfasst.
Dieses zyklische Geschehen sehen wir ebenso am periodischen System
der Elemente oder bei der Sinuskurve der Elektrizität. Immer
zeigt sich darin das Prinzip des Lebendigen. Das ganze Universum kann
durch Begriffe wie Vibrationen, Rhythmen und Wellen definiert werden
- als eine Folge von strukturierten, periodischen Phasen, die jedem
Ereignis innewohnen. Alles verkehrt sich zu gegebener Zeit in sein
Gegenteil. Hierzu gehört auch das Gesetz der Reinkarnation.
Das Gesetz von der illusorischen Natur der Materie
"Materie ist im Grunde genommen nichts weiter als die
Folge unserer eigenen Bewusstseinszustände und der Geist eine
Idee psychischer Intuition."
(Helena Blavatsky "Die Geheimlehre")
Jeder Mensch kann immer nur jene Bereiche der Wirklichkeit wahrnehmen,
für die er eine Resonanzfähigkeit besitzt. Dies gilt nicht
nur für den Bereich der rein sinnlichen Wahrnehmung, sondern
für die gesamte Erfassung der Wirklichkeit. Da alles, was außerhalb
der eigenen Resonanzfähigkeit liegt, nicht wahrgenommen werden
kann, existiert es auch für den betreffenden Menschen nicht.
Zum Beispiel werden drei Kinder, die ein- und dieselben Eltern hatten,
ihre Mutter und ihren Vater jeweils anders beschreiben. Oder verschiedene
Personen, die ein- und dieselbe Situation erleben, werden diese
dennoch anders erfahren: Einem Depressiven wird alles negativ vorkommen;
ein verliebter Mensch hat vielleicht nur Augen für alles Schöne.
Jeder Mensch nimmt auf eine andere Art und Weise wahr; jeder konstruiert
sich seine eigene "Scheinwelt" (Matrix). Aus diesem illusionärem
Charakter heraus entstehen logische Verknotungen, Verstrickungen
und Widersprüche unseres Denkens.
Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer bemerkte einmal: "Sowohl
die Gedanken und Gefühle, also die innere oder Geistes-Welt
des gewöhnlichen Sprachgebrauchs wie die körperlich in
Raum und Zeit ausgebreitete äußere (materielle) Welt
sind Bewusstseinszustände (Vorstellung, Erscheinung). Das naturwissenschaftliche
Weltbild mit seiner unabhängig von einem vorstellenden Bewusstsein
vorhandenen objektiven, räumlichen, zeitlichen und kausalen
Welt ist eine Fiktion. Aber nur mit Hilfe dieser Fiktion ist ein
Verständnis der Erscheinungsreihen möglich."
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